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Stell dir vor, du wachst auf vom sanften Plätschern der Wellen an einer Fjordwand, die so steil ist, dass sie die Morgensonne verdeckt, bis sie tausend Meter über dir aufgeht. Norwegen ist kein gewöhnliches Reiseziel, und ein Aufenthalt auf einem Hausboot in diesem dramatischen skandinavischen Land ist eine der originellsten Arten, es zu erleben. Vergiss überfüllte Hotellobbys und austauschbare Resorts. Mit einem Hausboot in Norwegen bist du direkt auf dem Wasser, umgeben von einigen der beeindruckendsten Landschaften der Welt.
Norwegen liegt im Westen und im äußersten Norden der Skandinavischen Halbinsel in Nordeuropa. Das Land umfasst etwa 385.207 Quadratkilometer, hat jedoch nur rund 5,6 Millionen Einwohner. Dadurch bleiben riesige Naturflächen nahezu unberührt. Etwa zwei Drittel des Landes sind gebirgig, mit einer durchschnittlichen Höhe von rund 500 Metern. Im Osten grenzt Norwegen an Schweden, im Nordosten an Finnland und Russland.
Was Norwegen wirklich ausmacht, ist jedoch das Wasser. Das Land zählt fast 1.200 Fjorde, die die Festlandküste auf etwa 29.000 Kilometer verlängern. Rechnet man alle Inseln dazu, kommt man auf über 100.000 Kilometer Küstenlinie. Außerdem gibt es rund 50.000 Inseln entlang der Küste und etwa 400.000 Seen im Landesinneren. Der Sognefjord, oft als "König der Fjorde" bezeichnet, reicht über 200 Kilometer ins Landesinnere und ist mit 1.308 Metern der tiefste Fjord Norwegens sowie der zweittiefste der Welt. Der Hornindalsvatnet ist der tiefste See Europas. Hier ist Wasser fester Bestandteil des täglichen Lebens.
Hausboote in Norwegen sind in der Regel fest vertäut und dienen als besondere schwimmende Unterkünfte, nicht als fahrbare Boote. Das ist in den meisten Teilen Europas üblich, auch hier. Dein Hausboot bleibt an einem malerischen Ort und bietet dir eine stabile und ruhige Basis, von der aus du die Umgebung zu Fuß, mit dem Fahrrad, Kajak oder per Fähre erkunden kannst.
Das hat einen klaren Vorteil: Du lernst deine Nachbarschaft am Wasser intensiv kennen. Statt von Fjord zu Fjord zu hetzen, bleibst du an einem Ort und tauchst tief ein. Beobachte, wie sich das Licht im Laufe des Tages auf dem Wasser verändert, entdecke die Vogelwelt entlang deiner Küste und lass den Rhythmus der Gezeiten Teil deines Alltags werden.
Die meisten Besucher kennen die berühmten Fjorde und die Nordlichter. Doch Norwegen belohnt alle, die etwas tiefer eintauchen.
Nahe der Stadt Bodø in Nordnorwegen strömen bis zu 400 Millionen Kubikmeter Meerwasser viermal täglich durch eine nur 150 Meter breite Meerenge. Das Ergebnis ist einer der mächtigsten Mahlströme der Erde, mit Strudeln von bis zu 10 Metern Durchmesser. Seit über 10.000 Jahren leben hier Menschen, was die Region zu einem der ältesten nachgewiesenen Siedlungsgebiete Norwegens macht. Außerdem ist sie ein Paradies für Angler und Taucher mit reichlich Kabeljau, Heilbutt und Seewolf.
Etwa die Hälfte der rund 80.000 Samen, der indigenen Bevölkerung Nordeuropas, lebt in Norwegen. Ihre Kultur ist weit mehr als Rentierzucht, auch wenn diese Tradition weiterhin wichtig ist. Der Joik, eine alte Gesangsform, zählt zu den ältesten Musiktraditionen Europas. Das samische Parlament in Karasjok, gebaut in Form eines traditionellen Lavvo-Zeltes, kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Ein Besuch in den samischen Gemeinden in Finnmark eröffnet dir einen respektvollen Einblick in eine lebendige indigene Kultur, die diese Landschaft seit Jahrtausenden prägt.
Diese historische Bergbaustadt in Mittelnorwegen ist vollständig UNESCO-Welterbe, mit bunten Holzhäusern aus vergangenen Jahrhunderten. Røros liegt an der Bahnstrecke und ist bekannt für seine traditionelle Küche mit regionalem Fleisch und Milchprodukten. Deutlich weniger besucht als Bergen oder Tromsø, aber genauso atmosphärisch.
Norwegens zweitlängster Fjord ist nicht nur für steile Klippen bekannt, sondern auch für Apfel- und Kirschplantagen an seinen Hängen. Die Region ist das Zentrum der norwegischen Cider- und Saftproduktion. Im Frühling sorgen blühende Obstbäume vor schneebedeckten Bergen für eines der schönsten Naturschauspiele Skandinaviens.
Wenige wissen, dass im Jahr 2000 Kaltwasserkorallenriffe auf dem Grund norwegischer Fjorde entdeckt wurden. Diese Tiefsee-Riffe beherbergen Tausende Lebensformen, von Plankton und Seeanemonen bis zu mehreren Haiarten. Die marine Artenvielfalt unter den dunklen, tiefen Wassern ist einer der Gründe, warum Norwegens Küste so fischreich ist.
Die Hauptsaison für einen Hausbooturlaub in Norwegen liegt zwischen Juni und August, wenn die Temperaturen mild und die Tage am längsten sind. In Nordnorwegen oberhalb des Polarkreises erlebst du in dieser Zeit die Mitternachtssonne mit 24 Stunden Tageslicht über mehrere Wochen. Auf Spitzbergen geht die Sonne zwischen etwa dem 20. April und dem 22. August nicht unter.
Die Monate Mai und September sind ideal, wenn du weniger Trubel und etwas günstigere Preise bevorzugst. Besonders im September leuchten die Herbstfarben intensiv und im Norden hast du erste Chancen auf Nordlichter. Norwegen ist kein günstiges Reiseziel. Doch die außergewöhnliche Natur, die hohe Sicherheit und die einzigartigen Erlebnisse sind die Investition absolut wert.
Südnorwegen, inklusive Oslofjord sowie die Regionen rund um Bergen und Stavanger, profitiert vom Golfstrom und hat vergleichsweise milde Bedingungen. Die Wassertemperaturen liegen im Sommer meist zwischen 12 und 18 Grad Celsius. Selbst im Sommer können die Abende kühl sein, also pack am besten mehrere Schichten ein.
Norwegen ist ein Land, das rund ums Wasser gebaut ist. Fjorde, Inseln, Seen und Küsten sind nicht nur Landschaft, sie sind das Herz des norwegischen Lebens. Ein Hausboot gibt dir einen Logenplatz für all das, wie es kein Hotel, keine Hütte und kein Campingplatz bieten kann. Du schläfst ein im sanften Schaukeln des Wassers und wachst auf mit Ausblicken wie aus einem Museum. Buche jetzt dein Hausboot und lass Norwegens außergewöhnliche Wasserwelt für ein paar unvergessliche Nächte zu deinem Zuhause werden.