Okzitanisch, Capestang 6 Schlafplätze, 3 Schlafzimmer, 5.0 (3)
Durchschnittliche Bewertung in Capestang: 5 von 5 basierend auf 3 Bewertungen.
Wir haben 1 Hausboot in Capestang, Mit einer Summe von 6 Nächte Mit Preisen die von $5214 bis $5214 reichen Pro Nacht.
Versteckt im Département Hérault im Süden Frankreichs in der Region Okzitanien liegt Capestang, ein mittelalterliches Juwel direkt am legendären Canal du Midi. Dieses charmante Dorf, dessen Name vom okzitanischen „Lou Cap de l'estang“ stammt und „Kopf des Teichs“ bedeutet, erzählt eine Geschichte, die sich über Jahrhunderte spannt. Rund 74 Kilometer von Montpellier entfernt und zwischen den lebendigen Städten Béziers (14 km) und Narbonne (16 km) gelegen, bietet Capestang die perfekte Mischung aus ruhiger Abgeschiedenheit und guter Erreichbarkeit größerer Ziele.
Das Dorf liegt an dem Abschnitt des Canal du Midi, den Pierre-Paul Riquet als die „große Strecke“ bezeichnete. Es handelt sich um einen beeindruckenden, 54 Kilometer langen Abschnitt, der komplett auf gleicher Höhe verläuft (31,35 Meter über dem Meeresspiegel) und ohne Schleusen auskommt. Dank dieser außergewöhnlichen Ingenieursleistung gleitest du hier ganz entspannt über das Wasser und kannst die Landschaft genießen, ohne dich um Schleusen kümmern zu müssen.
Ein Aufenthalt auf einem Hausboot in Capestang ist etwas völlig anderes als eine klassische Hotelübernachtung. Hier sind gute Gründe, warum dieses Erlebnis heraussticht:
Hausboote auf dem Canal du Midi sind in der Regel fahrbare Boote, die du auch ohne Führerschein steuern darfst. Du fährst gemütlich über den Kanal und legst dort an, wo es dir gefällt. Du bist der Kapitän deines eigenen schwimmenden Ferienhauses und bestimmst Route und Tempo selbst. Der Canal du Midi ist ideal für Einsteiger geeignet. Die Vermieter geben dir vor der Abfahrt eine ausführliche Einweisung zur Navigation und zu den Schleusen.
Die Geschichte von Capestang reicht weit zurück. In der Nähe verlief einst die 1.500 Meter lange römische Pont Serme, über die die Via Domitia führte, kurz bevor sie Narbonne erreichte. Früher reichte das Meer bis an den Fuß des Dorfes heran, wodurch Capestang im frühen Mittelalter ein wichtiger Umschlagplatz für Salzgewinnung war.
Im Mittelalter blühte das Dorf auf, und viele Spuren dieser Zeit sind noch heute sichtbar. 1209 zogen Kreuzfahrerheere durch den Ort, und 1356 erreichte Eduard der Schwarze Prinz Capestang während seines großen Feldzugs.
Die Stiftskirche Saint-Étienne ist ein beeindruckendes Beispiel südfranzösischer Gotik aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Sie wurde von denselben Baumeistern errichtet, die auch an der Kathedrale von Narbonne arbeiteten. Die Kirche blieb zwar unvollendet, doch ihre Architektur ist trotzdem beeindruckend. Der Chor besitzt wunderschöne Glasfenster, und wer den Glockenturm erklimmt, wird mit einem großartigen Panoramablick über Capestang und die Umgebung belohnt.
Das Schloss der Erzbischöfe von Narbonne diente einst als Sommerresidenz und beherbergt eine außergewöhnliche bemalte Decke aus dem 15. Jahrhundert. In diesem prunkvollen Saal zeigen Wandmalereien Paare, Karikaturen und Tiere und zeugen vom Talent mittelalterlicher Künstler. Fotografieren ist hier nicht erlaubt, was den Besuch zu einem ganz persönlichen Erlebnis macht.
Capestang ist die sechste Etappe auf dem Jakobsweg über die Pyrenäen-Voralpenroute. Von Montpellier aus folgen Pilger 29 Etappen über 712 Kilometer bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port, bevor sie die Pyrenäen überqueren. Auch wenn du kein Pilger bist, lohnt es sich, Teile dieses alten Weges zu gehen und die Landschaft aus einer neuen Perspektive zu erleben.
Im Dorf findest du schattige Plätze mit Bäumen, verzierte Brunnen und verwinkelte Gassen, die eine typisch mediterrane Atmosphäre schaffen. Viele Häuser haben pastellfarbene Türen und Fensterläden, und im späten Frühling stehen überall Blumen in voller Blüte. Ein großes, zweistöckiges Wandgemälde bringt zusätzlich künstlerisches Flair ins Ortsbild.
Auch ein dramatisches Ereignis gehört zur Ortsgeschichte. Im November 1766 führten heftige Regenfälle dazu, dass die Flüsse Cesse und Aude über die Ufer traten. Trotz Entlastungsmaßnahmen stieg der Wasserspiegel des Kanals weiter an, bis ein 36 Meter langer Dammabschnitt oberhalb von Capestang brach und das Dorf überflutete. Arbeiter schufteten Tag und Nacht unter extremen Bedingungen, erst im Regen, später bei Frost. Nach zwei Monaten war der Schaden behoben, und Ende Januar 1767 konnten wieder Boote in Capestang anlegen.
Capestang besitzt einen der größten Flusshäfen F.s mit 77 Liegeplätzen. Der Hafen entwickelte sich im 18. Jahrhundert, und heute teilen sich Hafenmeisterei und Touristenbüro ein Gebäude aus dem Jahr 1844, das ursprünglich für einen Inspektor der Schifffahrtsrechte gebaut wurde.
Auf dem Place Jean Jaurès findet mittwochs und sonntags morgens der Markt statt. Hier kannst du frische regionale Produkte, Spezialitäten und Handwerkswaren kaufen. In den Sommermonaten gibt es von Juni bis September Weinverkostungen direkt am Hafen, oft kombiniert mit geführten Spaziergängen entlang des Kanals.
Auch wenn dein Hausboot eine besondere Basis ist, lohnt sich ein Blick über den Kanal hinaus:
Ein Hausbooturlaub in Capestang bietet etwas, das im modernen Reisen immer seltener wird: die Möglichkeit, komplett zu entschleunigen und dabei tief mit Jahrhunderten menschlicher Geschichte verbunden zu bleiben. Das ruhige Leben auf dem Kanal, kombiniert mit einem Dorf, das römische Straßen, mittelalterliche Kreuzzüge und revolutionäre Ingenieurskunst erlebt hat, sorgt für Eindrücke, die lange nachwirken.
Ob du 800 Jahre alte bemalte Decken bestaunst, rosa Flamingos in geschützten Feuchtgebieten beobachtest, Weine probierst, die nach Garrigue-Kräutern schmecken, oder einfach an Deck sitzt, während Platanen ihr Schattenspiel auf das Wasser werfen: Capestang bietet dir ein authentisches Südfrankreich-Erlebnis ohne Schnickschnack.
Buche jetzt dein Hausboot und entdecke, warum dieses unscheinbare Dorf am Canal du Midi seit Jahrhunderten Reisende willkommen heißt und jedem seine ganz eigene Geschichte mit nach Hause gibt.