Ein römischer Kanal, drei Windmühlen und dein schwimmendes Zuhause: Hausboot mieten in Leidschendam
Stell dir vor, du wachst auf, hörst das sanfte Plätschern des Wassers am Rumpf deines Hausboots, Sonnenlicht fällt durch die Fenster und am Horizont zeichnet sich die Silhouette einer jahrhundertealten Windmühle ab. Das ist keine Szene aus einem Gemälde im Rijksmuseum. Das ist ein ganz normaler Morgen in Leidschendam, einem der überraschendsten und unterschätztesten Reiseziele der Niederlande. Buche ein Hausboot in Leidschendam und tausche das vorhersehbare Hotelzimmer gegen etwas völlig anderes: einen Aufenthalt auf dem Wasser, in einer Stadt mit fast 2.000 Jahren Geschichte und trotzdem angenehm frei von Touristenmassen.
Wo liegt Leidschendam eigentlich und warum solltest du hin?
Leidschendam ist eine Stadt in der Provinz Südholland, direkt neben Den Haag und etwa 46 Kilometer südwestlich von Amsterdam. Zusammen mit Voorburg und dem ländlichen Dorf Stompwijk bildet sie die Gemeinde Leidschendam-Voorburg mit rund 78.000 Einwohnern. Die Stadt liegt am Vlietkanal, einer Wasserstraße, deren Ursprung bis ins Jahr 47 n. Chr. zurückreicht. Damals wurde sie von römischen Legionen unter General Gnaeus Domitius Corbulo gegraben, um Rhein und Maas zu verbinden. Der Kanal vor deinem Hausbootfenster ist also fast 2.000 Jahre alt.
Trotz der direkten Nähe zu Den Haag bewahrt sich Leidschendam eine entspannte Kleinstadtatmosphäre mit viel Grün, Terrassen am Wasser und einer historischen Schleuse im Zentrum, die noch heute in Betrieb ist. Außerdem befindet sich hier das Westfield Mall of the Netherlands, das größte Einkaufszentrum des Landes mit über 280 Geschäften, falls du zwischendurch Lust auf Shopping hast.
Warum ein Hausboot in Leidschendam jedes Hotel toppt
Ein Hausboot ist nicht nur eine Unterkunft, es ist das Erlebnis selbst. Darum ist Leidschendam der perfekte Ort dafür:
- Lage direkt am Wasser: Dein Hausboot liegt am oder nahe dem Vlietkanal und damit mitten in einem Wasserwegenetz, das Leiden, Delft, Den Haag und mehr verbindet. Niederländisches Wassererbe pur.
- Perfekte Ausgangsbasis: Die Innenstädte von Leiden, Den Haag und Delft erreichst du in rund 20 Minuten mit Auto oder ÖPNV. Rotterdam und Amsterdam liegen etwa eine halbe Stunde entfernt. Du genießt Dorfidylle mit Großstadtanbindung.
- Top Verkehrsanbindung: RandstadRail, Straßenbahnen, Busse sowie die Autobahnen A4 und A12 sorgen für schnelle Wege. Mehrere Bahnhöfe liegen in der Nähe, darunter Voorburg, nur etwa fünf Minuten mit dem Zug vom Den Haag Centraal entfernt.
- Abseits der Touristenströme: Anders als der oft überfüllte Grachtengürtel von Amsterdam bietet Leidschendam authentisches Leben am Wasser ohne Warteschlangen, Lärm oder überhöhte Preise. Echt, entspannt und lokal.
- Fahrradparadies: Die Niederlande sind berühmt für ihre flachen, fahrradfreundlichen Landschaften und Leidschendam ist da keine Ausnahme. Gut ausgebaute Radwege verbinden dich mit dem Grünen Herzen Hollands, der Küste und umliegenden historischen Städten.
Gut zu wissen: Die Hausboote sind fest vertäut
Hausboote in Leidschendam und in anderen niederländischen Stadt- und Vorortkanälen liegen dauerhaft an ihrem Liegeplatz. Sie fahren nicht herum, sondern sind fest am Ufer verankert. Stell sie dir als schwimmende Wohnungen vor. Du brauchst weder Bootserfahrung noch Führerschein. Einfach an Bord gehen und ankommen.
Highlights, die auf keiner Postkarte stehen
Leidschendam hat mehr zu bieten, als viele erwarten. Neben den Wasserwegen solltest du diese Orte kennen:
- Der Vlietkanal: Eine der ältesten künstlichen Wasserstraßen der Niederlande, 47 n. Chr. von den Römern angelegt. Archäologen fanden heraus, dass der ursprüngliche Kanal etwa drei Meter tief und fünfzehn Meter breit war. Heute spazierst oder radelst du entlang historischer Bauernhöfe, wunderschöner Häuser am Wasser und durch Jahrhunderte Geschichte.
- Die Molendriegang: Drei achteckige Polderwindmühlen aus dem Jahr 1672 nahe Stompwijk, gebaut zur Entwässerung des Driemanspolders. Sie sind 28 Meter hoch und gelten als ruhige Alternative zu Kinderdijk. Innen nicht zugänglich, aber die Umgebung ist perfekt zum Spazieren, Radeln und Fotografieren.
- Vlinders aan de Vliet: Ein tropischer Schmetterlingsdschungel in einem 1.600 m2 großen Gewächshaus mit über 1.500 frei fliegenden Schmetterlingen sowie tropischen Vögeln, Fischen, Schildkröten und Reptilien. Geöffnet von Ende Februar bis Anfang November.
- Huygens Museum Hofwijck: Im benachbarten Voorburg liegt das wunderschön erhaltene Landgut Hofwijck aus dem 17. Jahrhundert, entworfen von Constantijn Huygens. Sein Sohn Christiaan Huygens, Erfinder der Pendeluhr und Entdecker der Saturnringe, verbrachte hier seine letzten acht Lebensjahre. Der Garten wurde 2004 nach dem Originalplan von 1640 rekonstruiert.
- Forum Hadriani: Voorburg gilt als eine der ältesten Städte der Niederlande und wurde von den Römern als Forum Hadriani gegründet. Im Park Arentsburgh sind die Umrisse der antiken Siedlung wieder sichtbar gemacht worden.
- Erholungsgebiet Vlietland: Ein 300 Hektar großes Natur- und Wassersportgebiet mit drei Seen, Stränden, Waldflächen und Vogelweihern. Segeln, Kanufahren, Klettern im Hochseilgarten, Schwimmen oder einfach am Strand entspannen.
- Sägemühle de Salamander: Eine historische, windbetriebene Holzsägemühle mit Blick auf den Vliet, ursprünglich von 1643, nach einem Brand im 18. Jahrhundert neu aufgebaut und heute ein Bildungszentrum.
Fünf Dinge, die nicht in jedem Reiseführer stehen
- Mit dem Rad von Leidschendam nach Leiden entlang des Vliet: Etwa 10 bis 12 Kilometer durch ruhige, typisch niederländische Landschaft mit Bauernhöfen, Herrenhäusern und Windmühlen. Flach und für jedes Fitnesslevel geeignet.
- Boote an der Schleuse beobachten: Die historische Schleuse im Zentrum ist noch in Betrieb. Hol dir einen Kaffee oder ein Eis auf einer der Terrassen und schau zu, wie die Boote passieren. Am Königstag verwandelt sich die Gegend in einen lebhaften Markt.
- Die Nieuwe Driemanspolder erkunden: Dieses neu gestaltete Poldergebiet zwischen Leidschendam und Zoetermeer ist ideal zum Wandern, Radeln und zur Vogelbeobachtung. Besonders schön bei Sonnenauf- oder -untergang.
- Vogelbeobachtung am Starrevaart-Weiher: Im Norden der Gemeinde liegt dieses ruhige Gebiet, in dem du zahlreiche Wasservögel entdecken kannst. Ein echter Geheimtipp.
- Ein Sloep oder Kanu in Vlietland mieten: Beim Wassersportzentrum WSC Vlietland kannst du kleine Boote leihen und die Polderlandschaft vom Wasser aus erkunden oder Richtung Den Haag, Leiden oder zu den Kaag-Seen fahren.
Dein schwimmendes Tor zu Südholland
- Den Haag: Regierungssitz der Niederlande mit dem Mauritshuis, dem Binnenhof und dem Strand von Scheveningen. Nur wenige Minuten entfernt.
- Leiden: Lebendige Universitätsstadt mit traumhaften Grachten und dem ältesten botanischen Garten des Landes.
- Delft: Berühmt für blau-weiße Keramik, die charmante Altstadt und die Nieuwe Kerk.
- Rotterdam: Architekturmetropole mit Markthal und dem größten Hafen Europas, etwa 30 Minuten entfernt.
- Amsterdam: Falls du willst. In rund 45 Minuten mit Zug oder Auto erreichbar und perfekt für einen Tagesausflug.
- Keukenhof und die Bollenstreek: Im Frühling erreichst du die berühmten Tulpenfelder bequem mit dem Rad oder Auto.
Praktische Tipps für deinen Aufenthalt
- Anreise: Der Flughafen Amsterdam Schiphol liegt etwa 25 Kilometer entfernt. Über A4 und A12 sowie mit öffentlichen Verkehrsmitteln bist du gut angebunden.
- Fortbewegung: Miete dir ein Fahrrad. Dank flacher Landschaft und perfekter Radwege ist das die beste Art, die Gegend zu erkunden. Straßenbahnen, Busse und RandstadRail ergänzen das Netz.
- Beste Reisezeit: Frühling bringt Tulpen und milde Temperaturen. Im Sommer genießt du lange Abende am Wasser und die Strände von Vlietland. Der Herbst färbt die Polder golden. Im Winter hat die Landschaft mit Frost auf Windmühlen und Kanälen ihren ganz eigenen Charme.
- Sprache: Amtssprache ist Niederländisch, aber Englisch wird fast überall gesprochen.
- Währung: Euro. Kartenzahlung ist nahezu überall möglich.
Ein Aufenthalt, über den du noch lange sprichst
Ein Hausboot in Leidschendam ist mehr als nur ein Schlafplatz. Es ist ein Logenplatz in einer Landschaft, geprägt von Römern, mittelalterlichen Händlern, Wissenschaftlern des Goldenen Zeitalters und Generationen genialer Wasserbauingenieure. Du wachst an einem fast zwei Jahrtausende alten Kanal auf, radelst an Windmühlen vorbei, die älter sind als die ersten US-Kolonien, und siehst die Sonne über Poldern untergehen, die dem Sumpf abgerungen wurden. Und am Ende des Tages kehrst du in dein schwimmendes Zuhause zurück, machst es dir gemütlich und hörst dem Wasser zu.
Buche jetzt dein Hausboot und mach deinen nächsten Urlaub zu etwas, von dem du nicht wusstest, dass es dir gefehlt hat.