Wenn die meisten an Frankreich denken, kommen ihnen Paris, die Riviera oder Lavendelfelder in den Sinn. Doch mitten in der Bretagne liegt Rennes, die Hauptstadt dieser kulturell eigenständigen keltischen Region, wo alte Wasserwege dich zu etwas ganz Besonderem einladen: einem Aufenthalt auf einem Hausboot. Rennes liegt am Zusammenfluss von Ille und Vilaine, nur 50 km vom Ärmelkanal entfernt und etwa eine Stunde vom legendären Mont Saint-Michel. Mit rund 222.000 Einwohnern im Stadtzentrum ist Rennes die zehntgrößte Stadt Frankreichs und verfügt über eine der am schnellsten wachsenden Metropolregionen des Landes, nur Toulouse ist noch schneller.
Die Wasserwege rund um Rennes haben eine lange Geschichte, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Canal d'Ille-et-Rance, der in Rennes an die Vilaine anschließt, wurde 1843 eröffnet und ist Teil einer Nord-Süd-Verbindung quer durch das Land zwischen Ärmelkanal und Atlantik. Der Ausbau dieser kanalisierten Flüsse in der Bretagne wurde während der Napoleonischen Kriege vorangetrieben, als britische Kriegsschiffe die Küste blockierten und ab 1804 mit dem Bau des Kanalsystems begonnen wurde.
In dieser Region Frankreichs liegen Hausboote meist dauerhaft an Kanalufern und Flüssen. Anders als auf großen Seen, wo fahrbare Hausboote nach US-Vorbild verbreitet sind, findest du auf den Binnenwasserwegen der Bretagne vor allem festliegende Hausboote als besondere schwimmende Unterkünfte. Sie bleiben an einem idyllischen Ort liegen und dienen dir als perfekter Ausgangspunkt für Erkundungen in der Umgebung. Zwar kannst du auch selbstfahrende Kanalboote mieten, doch viele Gäste schätzen die Ruhe eines festgemachten Hausboots, auf dem du einfach entspannst und die Landschaft genießt, ganz ohne Navigationsstress.
Ein Hausboot in Rennes zu buchen ist eine erfrischende Alternative zu Hotels oder Ferienwohnungen. Darum entscheiden sich immer mehr Reisende für diese besondere Unterkunft:
Rennes hat eine charmante Besonderheit: Es war eine der kleinsten Städte weltweit mit einem eigenen, vollautomatischen Metrosystem. 2022 wurde eine zweite Linie eröffnet, die dir die Fortbewegung von Nord nach Süd noch einfacher macht. Die historische Altstadt ist kompakt und ideal zum Spazierengehen, mit Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäusern und lebhaften Cafe-Terrassen. Zusätzlich gibt es Leihräder ab nur einem Euro, perfekt für Touren entlang der malerischen Treidelpfade an den Wasserwegen.
Neben dem Parlament der Bretagne und der Kathedrale Saint-Pierre hat Rennes noch viele weniger bekannte Schätze zu bieten:
Dank der italienischen Familie Odorico hat Rennes einen überraschenden mediterranen Touch. Sie schmückte die Stadt mit farbenfrohen Mosaiken, die du auf einem Rundgang entdecken kannst, unter anderem in der Rue Paul Bert, im Schwimmbad Saint-Georges, in der Markthalle La Criée und im Valton-Gebäude.
Auf dem höchsten Hügel von Rennes gelegen, vereint dieser öffentliche Park französische und englische Gärten, einen Rosengarten und einen botanischen Garten. Ursprünglich gehörte das Gelände zur Abtei Saint-Melaine, wo Mönche bereits im 8. und 9. Jahrhundert Gärten und Obsthaine anlegten. Der Name Thabor bezieht sich auf den Berg Tabor in Israel, der im Christentum als Ort der Verklärung Jesu gilt. Jährlich besuchen über 1,5 Mio. Menschen diese grüne Oase mit Mammutbäumen, Wasserläufen, Musikpavillon und Voliere.
Dieses moderne Glasgebäude des Architekten Christian de Portzamparc wurde 2008 fertiggestellt und bringt zeitgenössisches Flair in die historische Stadt. Es beherbergt das Bretagne-Museum, eine sechsstöckige Stadtbibliothek und den Espace des Sciences mit Planetarium.
Seit vier Jahrhunderten ist dieser Markt das Herz von Rennes. Der Marché des Lices wurde 1622 gegründet und ist heute der zweitgrößte Lebensmittelmarkt Frankreichs und der größte außerhalb von Paris. Jeden Samstag von 7:30 bis 13:30 Uhr bauen rund 300 Produzenten und Händler ihre Stände auf der Place des Lices und in den historischen Halles Martenot aus den Jahren 1868 bis 1871 auf. Etwa 10.000 Besucher kommen wöchentlich, um frischen Fisch, Meeresfrüchte, handwerklich hergestellten Käse, lokalen Cidre und regionale Produkte zu kaufen.
Unbedingt probieren solltest du die Galette-Saucisse: eine bretonische Schweinswurst, eingerollt in eine Buchweizengalette, mit Senf und am besten begleitet von einem Becher Cidre. Foodtrucks bereiten sie frisch zu, und das Anstehen lohnt sich. Danach schnapp dir einen Platz auf einer der Cafe-Terrassen rund um den Platz und genieße die Stimmung.
Rennes hat ein ozeanisches Klima mit milden Wintern und angenehm warmen Sommern. Die beste Reisezeit ist vom späten Frühling bis in den frühen Herbst, wenn die Tage lang sind und das Wetter perfekt für Stadt und Wasserwege ist.
Die Bretagne gehörte erst ab 1532 zu Frankreich und ist bis heute kulturell sehr eigenständig. Die Region hat ein keltisches Erbe, eigene Traditionen und sogar eine eigene Sprache, Bretonisch. Diese kulturelle Vielfalt zeigt sich in einzigartigen Festen, einer hervorragenden Küche mit viel Butter und Meeresfrüchten und einer herzlichen Atmosphäre, die sich deutlich vom Rest Frankreichs abhebt.
Ein Hausboot in Rennes bietet dir etwas, das kein Hotelzimmer liefern kann: eine echte Verbindung zu den Wasserwegen, die diese Region seit Jahrhunderten prägen. Buche jetzt dein Hausboot, wache mit sanftem Wasserplätschern auf, geh vom Deck direkt zum Bäcker für ein Croissant und genieße abends den Sonnenuntergang über dem goldenen Kanal. Ob romantischer Wochenendtrip, Familienabenteuer oder Auszeit allein, Rennes schenkt dir ein Erlebnis, das du lange nicht vergisst.